Raziel Reid beim internationalen Festival “Empfindlichkeiten” 13. Juli 2016 – Posted in: Aktuelles – Tags: , , , , , ,

Raziel Reid in Berlin

Movie Star-Autor Raziel Reid ist vom 14.-16. Juli 2016 zu Gast beim internationalen Kultur- und Literaturfestival Empfindlichkeiten. Homosexualitäten und Literatur: Maske, Körper, Schrift. Neben einer Lesung aus seinem Debütroman Movie Star am Freitag, den 15. Juli um 17 Uhr wird er am Samstag ab 14.00 Uhr an einer Diskussionsrunde mit dem Titel Schrift: Statements und Diskussion, moderiert von Nina Seiler, teilnehmen. Raziel Reid wird dort Fragen zur queeren Literatur zusammen mit Alain Claude Sulzer (Basel), Dieter Ingenschay (Berlin), Édouard Louis (Paris) und Kristof Magnusson (Berlin) diskutieren.

 

Raziel Reid (Foto: Tallulah)

Raziel Reid liest beim Festival aus seinem Debütroman und nimmt zusammen mit anderen Schriftstellern an einer Diskussionsrunde über queere Literatur teil. (Foto: Tallulah)

Hochkarätige Gäste

 

Vom 14.-16. Juli 2016 lädt das Literarische Colloquium Berlin internationale Autorinnen, Wissenschaftler und Akteure der LGBT-Szene an den Wannsee zum Festival ein. Weitere Gästen sind Franziska Bergmann (Trier), Martina Minette Dreier (Berlin), Ricardo Domeneck (São Paulo / Berlin), Ben Fergusson (Oxford / Berlin), Mario Fortunato (Roma), Gunther Geltinger (Köln), Masha Gessen (New York), Robert Gillett (London), Saleem Haddad (London), Joachim Helfer (Berlin), Dieter Ingenschay (Berlin), Niviaq Korneliussen (Nuuk), Dmitry Kuzmin (Riga), Edouard Louis (Paris), Hilary McCollum (Donegal), Perihan Mağden (Istanbul), Kristof Magnusson (Berlin), Luisgé Martín (Madrid), Thomas Meinecke (Eurasburg), Izabela Morska (Gdańsk), MSOKE (Zürich / Berlin), Naroma Therapy (Barcelona / Leipzig), Ahmet Sami Özbudak (Istanbul), Peanut Envy (Toronto / Berlin), Marlen Pelny (Berlin), Masha Qrella und Band (Berlin), Jayrôme C. Robinet und Shasta Ellenbogen (Berlin), Kathrin Röggla (Berlin), Nina Seiler (Zürich), sookee (Berlin), Roland Spahr (Frankfurt), Angela Steidele (Köln), Antje Rávic Strubel (Berlin), Alain Claude Sulzer (Basel), Abdellah Taïa (Paris), Suzana Tratnik (Ljubljana), Michał Witkowski (Warszawa) und Zuckerklub (Berlin).

 

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Das Festival findet vom 14.-16. Juli 2016 am Literarischen Colloquium Berlin statt.

Empfindlichkeiten: Internationales Festival mit Ausstellung, Gesprächen, Texten, Performances und Musik

 

Einige Fragen, die das Festival leiten werden, sind: Kann es die Aufgabe der Literatur sein, Debatten und Identitätspolitiken zu kanonisieren, die von jeder Generation ausgewechselt werden? Wie gestaltet sich die spezifisch literarische Auseinandersetzung mit Homosexualität in verschiedenen kulturellen Kontexten? Und welche Rolle hat die Literatur bei der Festschreibung ausdifferenzierter Identitäten gespielt, welche Rollenmuster hat sie geliefert?

Namensgebend für die Veranstaltung ist Hubert Fichtes Roman- und Glossenzyklus Die Geschichte der Empfindlichkeit. Darin fragt er:

„Gibt es so etwas wie einen Stil der Homosexuellen, gibt es homosexuelle Romanciers im Gegensatz zu Schriftstellern mit homosexuellen Neigungen? Henry James veräppelt Mrs. Penniman, die Wörter kursiv setzt. Henry James setzt kursiv, in Anführungsstriche, in Klammern. Schwule Sprache ist uneigentlich, ist indirekte Sprache. Nirgends so viele Anführungsstriche wie auf dem Plakat zum Faschingsfest in der Stricherbar. Aber sind Sousentendus, Verfremdungen, Übertreibungen, Ironie, Travestie bei Henry James häufiger als bei Guy de Maupassant oder bei Norman Mailer – die Wahl der Beispiele drückt kein Qualitätsurteil aus –, es ist nur so schwer, erklärt heterosexuelle Schriftsteller zu finden. Von homosexuellen Autoren, von homosexueller Literatur sprechen, setzt voraus, daß es heterosexuellen literarischen Stil gibt, heterosexuelle Kriteria. Und: Kann es die Aufgabe der Literaturkritik sein, biologistische Kriterien zu kanonisieren, die von den Biologen jede Saison ausgewechselt werden?”

(Hubert Fichte, Die Geschichte der Empfindlichkeit. Homosexualität und Literatur I [1982], S. 457)

 

Eröffnungsrede von Abdellah Taïa

Abdellah Taïa hält die Eröffnungsrede bei Empfindlichkeiten

Abdellah Taïa hält die Eröffnungsrede

Das Festival eröffnet am Donnerstag, den 14. Juli, mit einer Rede des marokkanischen Schriftstellers Abdellah Taïa, der im Exil in Paris lebt. Das komplette Programm kann auf der Homepage des LCB eingesehen werden. Die Veranstaltungen für Donnerstag, Freitag und Samstag sind auch online auf Facebook zu finden.

Der Eintritt kostet pro Tag 8 / erm. 5 Euro, für das gesamte Festival 12 / erm. 10 Euro.